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Filep Karma (m) wurde am 26. Mai 2005 wegen "Verrates" zu 15 Jahren Haft verurteilt, weil er am 1. Dezember 2004 in der Stadt Abepura in der Region Papua an einer friedlichen Flaggenzeremonie teilnahm. Amnesty International sieht Filep Karma als gewaltlosen politischen Gefangenen an, der nur deswegen verhaftet und verurteilt wurde, weil er gewaltlos und legitim sein Recht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch genommen hat. AI fordert deshalb seine sofortige und bedingungslose Freilassung.
Am 1. Dezember 2004 wurde auf dem Trikora-Feld nahe Abepura die Morgensternflagge gehisst, die ein Symbol für die Unabhängigkeit Papuas ist. An der Veranstaltung nahmen ungefähr 200 Menschen teil. Hunderte von Einwohnern sahen vom Rand zu.
Bei dem Versuch der Polizei, die Flagge gewaltsam zu entfernen, zerbrach diese, worauf die Polizei mit Holz, Steinen und Flaschen attackiert wurde. Die Polizei feuerte daraufhin in die Menschenmenge. Mindestens vier Menschen wurden Berichten zufolge durch Kugeln verwundet, die die Polizisten abfeuerten.
Filep Karma wurde am Ort der Feier festgenommen. Er soll geschlagen und während des Transportes zur Polizeistation von Polizeibeamten getreten worden sein. Eine Gruppe von 20 Personen wurde später auf der Station verhaftet, als sie dort gegen seine Festnahme protestieren wollte, so auch der Studentenaktivist Yusak Pakage. Außer ihm wurden alle Demonstranten nach und nach freigelassen.
Sowohl Karma als auch Pakage wurden später wegen Rebellion nach den Artikeln 10 und 110 des indonesischen Strafgesetzbuches angeklagt. Außerdem wurden sie wegen dem „Ausdruck von Feindschaft oder Hass gegenüber dem Staat“ nach Artikel 154 des Indonesischen Strafgesetzbuches angeklagt, der inzwischen abgeschafft wurde.
Filep Karma und Yusak Pakage wurden am 26. Mai 2005 zu 15 bzw. 10 Jahren Haft verurteilt. Das Oberste Gericht bestätigte das Urteil am 27. Oktober 2005. Yusak Pakage wurde am 07. Juli 2010 aus der Haft entlassen, nachdem ihn der Präsident begnadigt hatte.
Im Juli wurde Filep Karma ein Straferlass angeboten, den er aber zurückwies. Er argumentiert, dass er nie allein deswegen hätte inhaftiert werden dürfen, weil er sein Recht auf friedlichen Ausdruck seiner Meinung in Anspruch genommen hat und die Akzeptanz einer Begnadigung dieses Prinzip unterlaufen würde.
Filep Karma hatte in der Haft auch unter gesundheitlichen Problemen zu leiden. Während seiner Haft hat Filep Karma zudem Hungerstreiks durchgeführt, um gegen seine Misshandlung zu protestieren und die Legalität seiner Anklagen in Frage zu stellen.